Hier verlieren die meisten Routinen ihre Wirkung, ohne dass man es merkt.
Trägst du ein Öl mit den Fingern auf, bleibt ein Teil an den Händen, ein Teil in den Längen, ein Teil liegt oben auf. Am Follikelausgang kommt ein Bruchteil an. Der Fachbegriff dafür ist follikuläre Penetration und dieser Weg öffnet sich nicht dadurch, dass man mehr Produkt verteilt.
Deshalb rate ich Patientinnen selten zu einem teureren Serum. Das Problem ist fast nie die Rezeptur.
Ein Beispiel: Rosmarinöl wurde in einer randomisierten Studie sechs Monate lang direkt gegen Minoxidil 2 % verglichen, den bekanntesten pharmazeutischen Wirkstoff gegen Haarausfall (Panahi et al., 2015). Beide Gruppen zeigten am Ende eine vergleichbare Zunahme der Haaranzahl. Der Unterschied lag woanders: In der Minoxidil-Gruppe trat deutlich häufiger Kopfhautjucken auf, ein typischer Nebeneffekt, der viele Anwenderinnen nach einigen Wochen wieder aufgeben lässt. Beim Rosmarinöl war das nicht der Fall.
Für die Praxis heißt das: Ein pflanzlicher Wirkstoff kann hier mithalten, ohne die Reizungen in Kauf zu nehmen.
Die Wirkstoffe existieren also. Sie müssen nur ankommen.